Das Buch „Whisper Island“

„Whisper Island – Sturmwarnung“ ist das erste Jugendbuch der Bestsellerautorin Elizabeth George und ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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Lese hier Maras Reisetagebuch:

Roadtrip to myself

Mein Name ist Mara.

Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Berlin.
Ich folge den Spuren, die das Leben für mich ausgelegt hat.
Ich halte fest, was es festzuhalten gilt.
In Fotos, in Illustrationen, in Texten.
Vielleicht finde ich mich genau dort wieder – zwischen den Zeilen.

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10:40 | Saturday, 15. October 2011


Eigentlich absurd, dass ich das immer noch mache. Kraniche aus allem falten, was mir in die Finger kommt. Papa hat mir das beigebracht. Er hat immer gesagt, dass Wünsche, die man so äußert, eher in Erfüllung gehen. Außerdem könnten sich unsere Wünsche so treffen, wenn er mal wieder nicht zu Hause war.

Denn weg war er nicht selten. Immerhin hat er in Vancouver Musik unterrichtet. 6 Monate im Jahr. Er war klassischer Gitarrist. „War“ …  Irgendwie ist es noch immer komisch in der Vergangenheit von ihm zu schreiben, obwohl er inzwischen acht Jahre tot ist. Vielleicht liegt das daran, dass er nicht zu Hause gestorben ist. Dass alles so weit weg war. So konnte ich tun, als wäre es nicht wahr, sondern eine Verwechslung und als wenn er nächste Woche aus dem Flieger steigen würde.

Aber die Wahrheit ist, dass ihm ein anderes Auto rein gefahren ist. Irgendein blöder, zufälliger Unfall und das war’s. All die letzten Jahre dachte ich, das wäre auf dem Weg zur Uni passiert – und Mama hat mich in dem Glauben gelassen. Aber jetzt weiß ich es wohl besser. Er war hier. Irgendwo an der Westküste der USA! Und wenn Mama mir schon nicht mehr erzählen will, Beccas Tagebuch wird mir helfen, herauszufinden, wo! Und vielleicht kriege ich dann auch eine Antwort auf das “Warum”.

Ich wünschte, ich wüsste, wo mein Vater war, als er gestorben ist – und was er dort getan hat.


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19:04 | Friday, 14. October 2011


Jetzt komme ich wenigstens endlich mal wieder zum Zeichnen. So krasse Geschichten, wie die von Becca, sind oft die beste Inspiration.


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10:03 | Friday, 14. October 2011


Bin der ersten Spur aus dem Tagebuch gefolgt. Poolside Inn, ein Motel nordwestlich von L.A. Zwischenzeitlich musste ich dann doch mal mein Handy wieder anschalten. Und wer hat mir auf die Mailbox gequatscht? Natürlich Ben. Und meine ehemalige Freundin Vanessa, die jetzt sicherlich seine ist. Nummer drei auf der Liste war Mama. Ich hoffe nur, Ben hat nicht einen auf besorgter Freund gemacht und ihr die ganze dämliche Geschichte mit uns gesteckt. Das würde mir grad’ noch fehlen! Insgesamt 7 SMS und 27 verpasste Anrufe. Das ist ein neuer Rekord. Aber ihr könnt mich mal! Und falls Du hier mitliest, Ben: Das gilt besonders für dich!

Um auf andere Gedanken zu kommen, hab’ ich mich jedenfalls gleich mal weiter mit Beccas Tagebuch beschäftigt. Wer ist dieses Mädchen? Sie schreibt darüber, dass sie ein Flüstern von anderen Menschen hören kann. Klingt alles sehr nach Gedankenlesen, wenn ihr mich fragt. Ob ich daran glaube? Keine Ahnung! Aber was ihr alles passiert ist, klingt schon krass. Ihr Stiefvater hat sie und ihre Gedankenleserei wohl dazu benutzt, ordentlich Kohle zu machen. Aber dann hat sie mitbekommen, dass er jemanden umgebracht hat. So wie ich das sehe, seinen Arbeitskollegen, irgendwas mit Connor. Und da er wohl gecheckt hat, dass sie darüber Bescheid weiß, ist sie mit ihrer Mutter auf der Flucht – aus Angst, er könnte ihr was tun. Was für eine Horror-Vorstellung!

Das Absurde an der Geschichte ist, dass ich das Gefühl habe, inzwischen mehr über Becca zu wissen als über meinen eigenen Vater und meine Geschichte. Wo dieses Foto von uns zum Beispiel aufgenommen wurde, damit bin ich noch keinen Meter weiter. Die Westküste ist eben verdammt lang. Aber was soll’s, ich hab ein Auto und ein Roadtrip war eh geplant – wenn auch anders …


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15:15 | Thursday, 13. October 2011


War auf dem Weg zum Flughafen, als mein Portemonnaie unter den Sitz fiel und ich das hier gefunden habe: das Tagebuch von irgendeiner Becca. Als ich es aufgeschlagen hab’, dachte ich echt, ich spinne! Es fiel ein Bild von exakt der Halle raus, vor der das Foto von mir und Papa vor 14 Jahren gemacht wurde – in Kanada, wie ich dachte. Bis jetzt. Das Ding ist nur, das Mädchen war gar nicht in Kanada. Sie schreibt nur über San Diego und eine Flucht von dort nach Whidbey Island. Und da liegt Kanada alles andere als auf dem Weg!

Aber das wirklich Krasse ist: Es passt total zu dem, was Mama mir vor dem Abflug gesteckt hat. Nämlich, dass Papa gar nicht in der Nähe seiner Uni in Vancouver verunglückt ist, sondern in den USA. Doch was das alles zu bedeuten hat, damit rückte sie natürlich nicht raus. So wie immer. Als wäre ich immer noch 4 Jahre alt! Bin ich aber nicht. Also was sollte mich jetzt daran hindern, selbst herauszufinden, was wirklich los war?! Wohin er wollte, als ihn ein anderes Auto rammte?!?

Das Bild von dieser Becca hat zwar auch keine genaue Ortsbezeichnung, aber eins ist klar: Es muss irgendwo auf ihrer Route aufgenommen worden sein. Und hey – immerhin habe ich jetzt einen fahrbaren Untersatz, mit dem ich ihrer Spur einfach Stopp für Stopp folgen kann. Dann hat diese verdammte Reise womöglich doch noch einen Sinn!


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11:21 | Thursday, 13. October 2011


Die Aussichtsplattform am Mulholland Drive ist schon irgendwie eine klassische Touri-Stätte. Aber hier hätten wir eigentlich zu dritt hinfahren und staunen sollen. Stattdessen lag ich da im Auto und habe versucht, zu schlafen und den ganzen Scheiß zu vergessen. Aber von wegen, danke Security! Was glauben diese High-Tech-Fritzen eigentlich, was ich bei einem simplen, kleinen Halt aushecke? Dass ich in eine der Villen einbreche und den teuren Pudel entführe?

Jetzt steh ich in irgendeiner Straßenbucht am Mulholland Drive, wo sich definitiv kein 19-jähriges Mädchen um die Uhrzeit aufhalten sollte. Von wegen, dein Freund und Helfer. Leck mich, USA. Ich hab genug von dir! Morgen früh: Airport L.A. – und zurück nach Berlin!

Ich wünschte, ich würde aus diesem Albtraum aufwachen.


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11:03 | Thursday, 13. October 2011



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19:10 | Wednesday, 12. October 2011


Ja, danke Schicksal, danke Ben, herzlichen Dank auch Vanessa! Ich muss ausgesehen haben wie die absolute Vollidiotin. Von wegen „Hallo Ben, ich hab Frühstück mitgebracht“ … Für zwei, haha! Konnte ich gleich den beiden Lovebirds da lassen, ganz toll! Ich wünschte, ich könnte vergessen, wie sie mich aus diesem beschissenen Doppelbettangestarrt haben! Das war’s für mich in San Diego. Ich hab’ mir das Auto geschnappt und bin losgefahren. Auf in Richtung L.A. Sollen die beiden doch machen, was sie wollen.

In meinem Gepäck: Klamotten, Geldbeutel, Handy, Zeichentasche, 1 Käsebrötchen, 2 Flaschen Dr. Pepper, Karte, Autoschlüssel, Auto

Unterwegs verloren: Ben, Urlaubsfreude


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11:39 | Wednesday, 12. October 2011


Zwischendurch mal einen Gruß an alle Daheimgebliebenen.


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10:26 | Wednesday, 12. October 2011

OMG – Auszeit. Genug getanzt. Was für ein wahnwitziger Abend mit Ben und Vanessa. Fast ein bisschen wie auf unserem Abschlussball!!! Herzklopfen inklusive. Ich bin noch völlig verstrahlt. Morgen früh besorge ich Kaffee und Frühstück für zwei. Und dann sage ich es ihm endlich! Dass ich auch nur ein Auge zubekomme, bezweifle ich stark!


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23:25 | Tuesday, 11. October 2011


Auch San Diego hatte im Oktober deutsche Hochkultur zu bieten. ;)


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